Unterwegs

Vom Treibenlassen: Yoga y más en Madrid

posted by Ronja 2. Oktober 2016

Letzte Woche war ich auf Dienstreise in Madrid um eine Schulung zu geben. Nun ist es für gewöhnlich auf meinen Dienstreisen so, dass ich nicht so viel Energie habe nach der Arbeit die Stadt zu erkunden. Das war in Madrid zum Glück anders! Es gab ein Wiedersehen mit einer alten Freundin und auch ein bisschen Yoga.

Wenn man sich ewig nicht gesehen hat und es trotzdem ist als wär‘ man nie weggewesen

Einen Abend saß ich mit einer Freundin von früher bei Tapas und Bier zusammen, wir redeten über alte und neue Zeiten. Der Abend ließ mich viel an mein früheres Ich denken. Wie ich früher war, wie ich dachte. Und ich merkte wie ich mich in den letzten Jahren verändert habe. Ich bin sicherer geworden, weiß viel mehr was ich will und was nicht, nehme meine Entscheidungen und Wege selbst in die Hand. Das fühlt sich richtig gut an.

Ashtanga Yoga Madrid

Am letzten Abend vor der Abreise wollte ich eine Yogastunde im Ashtanga Yoga Madrid nehmen. Erst fand ich die Adresse nicht, dann nach einigem Herumfragen hatte ich Glück. Die Verkäuferin aus einem Räucherstäbchenladen wies mich auf ein blaues Klingelschild am Haus gegenüber hin. Ich klingelte, die Tür öffnete sich und ich ging in den ersten Stock. Ich trat in den kleinen Flur einer Altbauwohnung mit sehr hohen Decken. Konzentrierte Stille und hohe Luftfeuchtigkeit empfingen mich.

Wo geht’s hier bitte zur Entspannung?

Im Ashtanga Yoga Stil gibt es eine festgelegte Bewegungsabfolge. Entweder wird sie vom Lehrer angesagt oder man übt im „Mysore“ Stil, das heißt die Schüler durchlaufen die Serie eigenständig, der Lehrer geht herum und assistiert. Ich hatte auf den Plan geschaut und wollte an einer geführten Ashtanga Stunde teilnehmen. Die Frau am Empfang wirkte sehr beschäftigt und ich setzte mich erstmal auf einen Stuhl im Flur. Ich schaute den Yogis zu, wie jeder für sich übte. Es war eine ganz besondere Stimmung, so ruhig, jeder in seiner eigenen Welt, in unterschiedlichen Phasen der Abfolge, alle sehr fokussiert. Ich hätte stundenlang dort sitzen können.

Leider hatte ich den Plan missverstanden und es stellte sich heraus, dass es an dem Abend keine Yogastunde mehr geben würde. Ich hatte aber ein sehr starkes Yogabedürfnis, nach den drei Tagen Meetingraum und Konzentration sehnte sich mein Körper nach Bewegung. Ich bat die Frau für mich nachzuschauen ob es in der Nähe andere Yogastunden geben würde. Sie fand nichts, fragte dann aber eine Yogalehrerin, die noch da war und ich hatte Glück: sie selbst unterrichtete um acht noch eine Vinyasa Flow Stunde und meinte ich könne gerne mitkommen.

Wohnzimmeratmosphäre im Studio Ashtanga Yoga Madrid

Wohnzimmeratmosphäre im Studio Ashtanga Yoga Madrid

Ich folgte Susann durch das Madrider Straßengewirr. Eine spannende Begegnung: wie sich herausstellte ist sie Deutsche, lebt seit 12 Jahren in Madrid und unterrichtet Yoga an verschiedenen Orten. Nach 15 Minuten kamen wir am Studio an. Ich genoss die Yogastunde sehr: toller Flow, wunderbare Playlist, neue Bewegungen. Genau das was ich nach den drei anstrengenden Arbeitstagen brauchte. Susann unterrichtete auf Spanisch, ich konnte ganz gut folgen obwohl meine Spanischkenntnisse echt etwas eingerostet sind. Ab und zu wiederholte sie auch etwas auf Deutsch für mich. Danke Susann, Yogaretterin in der Not!

Wenn sich alles fügt

Das sind für mich die tollen Reisemomente: man macht einen Plan, alles kommt ganz anders und am Ende ist man so dankbar für die zufällige Begegnung und wie sich alles gefügt hat. Nach der Yogastunde brachte mich eine andere Yogaschülerin noch zur Bahnstation Sol und ich fuhr glücksselig zurück zum Hotel. Ich hatte ein regelrechtes „Yoga-High“ und als ich endlich einschlief träumte ich vom wuseligen Treiben in den Madrider Gassen. Ein wunderbarer Abend der mal wieder gezeigt hat: der Zufall kann manchmal mehr als jeder Plan. Muchas gracias, Madrid!

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