Zuhause

Wenn der innere Sicherheitsfreak keine Auszeit nimmt

posted by Ronja 17. März 2017

Ich weiß, Sabbatical und Sorgen passen so gar nicht zusammen. Als ich überlegt habe, in welche Kategorie ich diesen Artikel sortieren soll, habe ich mich für „Zuhause“ entschieden. Denn gedanklich war ich dort recht häufig in den vergangenen Tagen. Ich sollte am Strand liegen, die Sonne genießen, mich in die Wellen stürzen, die Seele baumeln lassen und einfach nur genießen. Das mache ich auch meistens, und das ist wunderbar. Aber in den letzten Tagen kamen immer mal wieder Sorgen hoch. Vor allem die Sorge, dass ich bis zu meiner Heimkehr noch keinen guten neuen Job finden würde. Die Gedanken drehten sich im Kreis und ich träumte sogar schon davon. Ja, jammern auf sehr hohem Niveau, aber es soll ja authentisch zugehen hier.

Neuseelandidylle

Neuseelandidylle

Eine gute Gelegenheit

Meine Auszeit-Situation ist Folgende: Ich habe zuletzt in einem Personalentwicklungsprojekt als Training Manager bei Continental gearbeitet, was super war. Mein Arbeitsvertrag ist unbefristet, aber es war mit Projektanfang klar, dass es den Job nur für die Projektdauer gibt. Deshalb bin ich überhaupt auf die Auszeit-Idee gekommen: wann werde ich wieder in einer solchen Situation sein, in der kein Nachfolger gefunden werden muss oder die Arbeit an Kollegen verteilt wird, die dann dadurch mehr arbeiten?

Mit der Auszeit verschob ich also das, was ich sowieso hätte machen müssen: mir intern einen neuen Job suchen. Und so kam es (einige Zwischendiskussionen ausgelassen) zu meinem Sabbatical. Prinzipiell sollen Sabbaticals bei Continental jetzt mehr und mehr unterstützt werden, was ich großartig finde. Bevor die Reise losging habe ich auch regelmäßige Telefontermine mit meinem Chef und meiner Personalreferentin geplant, zwecks Jobfindung. Der erste Termin steht jetzt Ende des Monats an.

In Oamaru

In Oamaru

Plan A

Bisher konnte ich trotz dieser Unsicherheit – auf welcher Stelle arbeite ich, wenn ich wieder daheim bin – meine Auszeit sehr genießen und mich entspannen. Ich verfolgte die internen Stellenausschreibungen. Bis auf eine Stelle, auf die ich mich bewarb und eine Absage bekam, war bisher nichts Passendes dabei und ich machte mir Sorgen, dass das so bleiben würde.

Vor meiner Abreise haben wir ziemlich genau definiert, was meine nächsten Karriereschritte sind und auf welche Jobs ich mich bewerbe – Plan A also. Plan B ist, erstmal in einem anderen Bereich zu arbeiten und dann, wenn sich die Möglichkeit ergibt, wieder zu Plan A überzugehen. Das wäre natürlich auch in Ordnung. Trotzdem war da so eine Angst in mir. Ich hatte mal einen Job, der mich sehr, sehr unglücklich gemacht hat und diese Erfahrung hat mich echt geprägt. Dadurch habe ich aber auch festgestellt, was mir auf der Arbeit am Wichtigsten ist: in einem Team zu arbeiten, in dem Offenheit herrscht, ich wahrgenommen und gehört werde und meine Ideen einbringen kann.

Milford Sound

Milford Sound

Letzte Runde Sorgenkarussel

Ich begab mich auf die Suche nach dem verlorenen Vertrauen, dass sich gute Möglichkeiten auftun werden. Diesen Artikel darüber zu schreiben half mir jedenfalls, auch ein sehr langen Strandspaziergang tat gut. Das Bewusstmachen der Angst und zu analysieren woher sie kam half, damit umzugehen.

Auf dem Weg nach Milford Sound

Auf dem Weg nach Milford Sound

Sorgen jetzt bitte aussteigen!

Eine Tür wird aufgehen. Ich werde einen passenden Job finden. Ich kann was. Wenn Plan A nicht direkt klappt, ist Plan B auch erstmal ok. In so einem großen Konzern tun sich viele Möglichkeiten auf. Ich habe ein gutes Netzwerk. Und es ist noch Zeit. Ich tue die Dinge, die in meiner Macht stehen. Ansonsten übe ich mich im Loslassen.

Treibholz

Treibholz

„Every time we choose safety, we reinforce fear.“ – Cheri Huber

Schon vor meiner Abreise habe ich alle mit diesem Thema verrückt gemacht. Ich gebe mir beste Mühe, wieder zu vertrauen und mich meinem derzeitigen Hauptjob zu widmen: surfen zu gehen und meine Auszeit zu genießen. Drück mir die Daumen, dass das weiterhin gut klappt und mein innerer Sicherheitsfreak etwas ruhiger bleibt!

Farn-Dschungel

Farn-Dschungel

Das könnte dich auch interessieren

2 Comments

papa 21. März 2017 at 9:35 am

Hallo Mäuschen,

mache dir nicht so viel Sorgen um „danach“. Es wird sich beizeiten schon etwas passendes finden. Nur locker bleiben und daran glauben. Genieße die Zeit.
Kussi
Papa

Reply
Ronja 22. März 2017 at 9:30 am

Papa, schön dass du auch den Weg zu meinem Blog gefunden hast :). Und danke für deinen lieben Kommentar. Ich bin auch mittlerweile schon wieder viel zuversichtlicher!

Reply

Leave a Comment

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.